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Fundacja RokitaFundacja RokitaGeschichte von Scheuno und Brożek
Regionalgeschichte · Brożek

Scheuno das ehemalige Dorf an der Neiße · heute Brożek

Die Geschichte des Ortes bis 1945 aus verstreuten Archiven: vom Beleg „von Scheune” 1588 über Weinberg, Mühle und Neißhammer bis zum tiefen Landschaftswandel am Ende der 1930er Jahre.

Scheuno / Schueno / ScheuneForst-PförtenScheunoer WeinbergNeißhammerKoyne / Keune
1588„von Scheune”
1765Inventar des Neißhammers
1841/43/46Einwohnerlisten
1913–15Sommer-Zeichnungen
495 → 8081933 / 1939
1945Scheuno wird Brożek
Dokumentation

Scheuno in Dokumenten, Karten und Fotografien

Die Abbildungen dienen als Quellen. Jedes Bild führt zu einem konkreten Nachweis und ergänzt die Geschichte des Ortes, seiner Bewohner oder der Landschaft an der Neiße.

Blatt 370 „Sorau“, 1893
Blatt 370 „Sorau“, 1893Die Karte im Maßstab 1:100.000 zeigt Wege, Wälder, Mühlen und Orte im Raum Forst-Scheuno.Reichsamt für Landesaufnahme; David Rumsey Map Collection / Wikimedia Commons; gemeinfrei.
Forster Stadtbuch 1932 - Scheuno, S. 446
Forster Stadtbuch 1932 - Scheuno, S. 446Die erste der beiden Adressbuchseiten ist eine direkte Quelle für Bewohner und Topografie des Dorfes.Verein für Computergenealogie e.V., DigiBib, Datensatz 858196611_1932.
Forster Stadtbuch 1932 - Scheuno, S. 447
Forster Stadtbuch 1932 - Scheuno, S. 447Die zweite Seite setzt den Eintrag zu Scheuno fort; beide Seiten gehören zusammen.Verein für Computergenealogie e.V., DigiBib, Datensatz 858196611_1932.
Brücke zur Stadt Forst
Brücke zur Stadt ForstDie Ansichtskarte dokumentiert den Flussraum, zu dem Scheuno, Koyne und Forst gehörten.Erwin Spindler; Sammlung Heidi und Frank Gaitzsch / IfL; gemeinfrei.
Neißepartie in Forst, um 1920
Neißepartie in Forst, um 1920Die Neiße verbindet die Geschichte von Scheunoer Brücke, Mühle, Neißhammer und Weinberg.Graphische Verlagsanstalt GmbH, Breslau; Zeno.org / Wikimedia Commons; gemeinfrei.
Reste des Komplexes in Brożek, 2011
Reste des Komplexes in Brożek, 2011Das heutige Foto zeigt Reste der späteren Industrieanlage, nicht das frühere Dorf Scheuno.Stefan Fussan, 22.04.2011; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0.

Stimmen der Quellen

„Scheuno, 1588 von Scheune“

Walter Wenzel, namenkundliche Untersuchung; der derzeit älteste gefundene Beleg.

„Schueno mit Neumühle, Neisshammer und Weinberg“

Titel der Einwohnerliste von 1843, Staatsarchiv Zielona Góra, 89/183/0/2.2/2370.

„Inventar des Neißhammers“

Bestandsbeschreibung von 1765, Sächsisches Staatsarchiv, 10047 Amt Dresden, Nr. 3541.

„Scheuno-Dorf über Forst (Lausitz), Scheunoer Str. 75“

Adresse im Börsenblatt vom 12. August 1943, SLUB Dresden.

Chronologie

  1. Ältester derzeit belegter Namenshinweis: „von Scheune“.

  2. Das Inventar des Neißhammers wird in den Dresdner Amtsakten erfasst.

  3. Die Akte „Weinberg zu Scheuno“ belegt den Weinberg als konkreten Ort.

  4. Die Einwohnerliste nennt „Schueno mit Neumühle, Neisshammer und Weinberg“.

  5. Wilhelm Sommer zeichnet Weinberg, Waldschlösschen, Neißemühle und Scheunoer Brücke.

  6. Scheuno wird nach Forst (Lausitz) eingemeindet.

  7. Die neue Grenze an der Neiße trennt den früheren lokalen Zusammenhang; Scheuno wird Brożek.

Quellen zuerst, Deutung danach

Diese Fassung folgt der Recherchetechnik der Unterseite „Niederlausitz”: parallele Suche nach Namensvarianten, Karten, Archivalien, Literatur, Presse und Bildquellen. Das historische Dorf Scheuno wird klar vom späteren Rüstungswerk Deutsche Sprengchemie getrennt.

A · QuelleArchive und amtliche UnterlagenAktenzeichen, Einwohnerlisten, Kataster, Grundbücher.
B · ForschungWissenschaftliche LiteraturOnomastik, Archäologie, Regional- und Wirtschaftsgeschichte.
C · SuchspurLokale Quellen / OCR-Variantenfür die Suche nützlich, aber nicht automatisch historische Tatsachen.
Sheina, Shoine, Sheine und Scheina bleiben Suchvarianten. Ein belastbarer lokaler Beleg als historische Ortsnamen wurde bislang nicht gefunden.

1. Ortsname: Scheune, Schueno, Scheuno

Walter Wenzel nennt bei der Analyse von Keune den Beleg „Scheuno, 1588 von Scheune”. Das Forster Trauregister führt ebenfalls „von Scheune [Scheuno]”. Die Form Schueno erscheint in amtlichen Aktentiteln von 1841, 1843 und 1846. Scheine ist eine plausible Spur aus einer Liste der Herrschaft Forst, die noch am Original von 1748 kontrolliert werden muss.

Namensvarianten von Scheuno
Belegte Formen und reine Suchvarianten werden getrennt.

2. Forst-Pförten: Dorf, Besitz und Bevölkerung

Die Akten der Herrschaft Forst-Pförten im Staatsarchiv Zielona Góra bilden den wichtigsten Quellenblock. Sie dokumentieren Pflichten, Pacht, Vermessung, Schule, Wege und die Wirtschaft an der Neiße.

1827
89/183/0/3.1/6105 nennt „Weinberg zu Scheuno”.
1841
2369: Liste der sämtlichen Civil-Einwohner zu Schueno.
1843
2370: Schueno mit Neumühle, Neisshammer und Weinberg.
1846
2371 und 2404: Einwohnerliste und statistische Tabelle mit Neißhammer / Neu-Mühle.
Mikroregion Schueno 1843
Quellenbasierte Übersicht der 1843 gemeinsam geführten Siedlungs- und Wirtschaftsteile.

3. Weinberg, Neißhammer und Neißemühle

Der Scheunoer Weinberg ist archivarisch fassbar. 1827 wird er ausdrücklich genannt; die Einwohnerliste von 1843 führt Weinberg zusammen mit Schueno. Ein besonders wichtiger neuer Fund ist die Akte 10047 Amt Dresden Nr. 3541 von 1765: Der Katalog nennt ein „Inventar des Neißhammers”. In Zielona Góra liegt außerdem die Reparaturakte des Neißhammers von 1828-1832.

Scheuno, Neiße und Forst
Autorschema; keine Katasterkarte.

4. Das Dorf vor dem Rüstungswerk

FoSG 283 im Kreisarchiv Spree-Neiße nennt Zeichnungen Wilhelm Sommers (1913-1915): Scheunoer Weg, Neißetal von Berglehne Scheuno, Strohscheune, Weinberg, Gasthaus Waldschlösschen, Neißemühle, Scheunoer Brücke und Forst von der Scheunoer Brücke. Ohne Reproduktionen werden diese Bilder nicht nachgestellt.

Im selben Bestand liegen „Sonntagsmorgen auf dem Weinberge” und „Der Franzosenschatz”. Erst die Reproduktion des Textes erlaubt eine seriöse Wiedergabe der Legende.

5. Karten, Schule und Alltagsgeschichte

Die Katasterserie 89/2089/0/3.105 umfasst die Einheiten 1043-1047 (1920-1945 und Ergänzungskarten 1871-1944). Hinzu kommen Akten zum Schulneubau (4774), zur Lehrerstelle (4776), zu Begräbnisplätzen für Scheuno und Berge (4775) sowie zur Verbesserung des Weges Scheuno-Forst (2599).

6. Bevölkerung und Verwaltungsgrenze

1933 nennt das amtliche Gemeindeverzeichnis 495 Einwohner. Eine sekundäre Auswertung der Volkszählungsdaten nennt für 1939 808. Der starke Anstieg fällt zeitlich mit der Rüstungsinvestition zusammen, beweist aber keinen alleinigen Kausalzusammenhang. Am 1. April 1940 wurde Scheuno laut Grenzchronologie nur „teilweise” nach Forst eingegliedert.

Einwohner Scheuno 1933 und 1939
1939 bleibt bis zur Kontrolle der Primärtabelle als sekundär belegt gekennzeichnet.

7. Archäologie und „Widderköpfchen”

Klaus Raddatz veröffentlichte 1951 „Ein skythischer Fund aus Scheuno, Kr. Sorau”. Eine Publikation des Museumsverbandes Brandenburg erwähnt unabhängig ein in Scheuno gefundenes geschnitztes „Widderköpfchen”. Der genaue Fundort wird ohne Geländedokumentation nicht behauptet.

8. Scheuno und Deutsche Sprengchemie

Das Dorf, das Rüstungswerk, Lager und Werkssiedlungen sind getrennte historische Ebenen. Die G.E.O.S.-Expertise von 1995 wird hier nur für den räumlichen und chronologischen Kontext verwendet.

9. 1945: Aus Scheuno wird Brożek

Mit der neuen Staatsgrenze an der Lausitzer Neiße lag Scheuno auf polnischer Seite. Die historischen Verbindungen zu Forst und Keune wurden zerschnitten; die Überlieferung ist heute zwischen polnischen und deutschen Archiven verteilt.

Quellen und weitere Forschung

Die wichtigsten Aussagen beruhen auf Archivalien, zeitgenössischen Drucken und institutionellen Katalogen. OCR-Varianten werden nicht als historische Ortsnamen ausgegeben.

02

Staatsarchiv Zielona Góra, Einwohnerlisten von Schueno 1841, 1843 und 1846

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04

Staatsarchiv Zielona Góra, Weinberg zu Scheuno, 1827, Sign. 89/183/0/3.1/6105

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