
Stand der Untersuchung: plausible Rekonstruktion. Die Übereinstimmung von Tag, Raum und militärischem Rang ist ein bedeutendes Indiz. Keine der hier veröffentlichten russischen Darstellungen nennt jedoch den gefangenen Offizier beim Namen. Seine Identifizierung als Glase wird deshalb nicht als abschließend bewiesene Tatsache dargestellt.
Zwei Spuren zum 22. Februar 1945
In den von der Stiftung Rokita ausgewerteten deutschen Materialien erscheint Willy Glase, auch als Willi Georg Glase bezeichnet. Nach dem bisherigen Forschungsstand der Stiftung verzeichnen deutsche Aufzeichnungen sein Verschwinden am 22. Februar 1945. In der Darstellung der Kämpfe um Forst wurde außerdem die Überlieferung angeführt, dass er am 21. Februar die Führung des Grenadier-Regiments 698 übernahm und bereits am folgenden Tag durch Stegmann ersetzt wurde.
Diese kurze Kommandoführung und das plötzliche Verschwinden werfen die Frage nach einer Gefangennahme auf. Das deutsche Originalblatt mit dem Vermisstenvermerk und seiner vollständigen Archivsignatur liegt dem gegenwärtigen Quellenpaket jedoch nicht bei. Die deutsche Angabe wird deshalb als Ergebnis der bisherigen Recherche der Stiftung wiedergegeben, das noch durch einen Scan belegt werden muss, nicht als neu überprüfte Abschrift eines Kriegstagebuchs.
Die zweite Spur stammt aus der Biografie Alexei Iwanowitsch Dwoinois im russischen Portal „Герои страны“. Danach befand sich Dwoinoi am 22. Februar 1945 beim Marsch im Vorfeld von Forst in der seitlichen Marschsicherung. Er traf auf eine Gruppe deutscher Soldaten, eröffnete das Feuer, tötete vier von ihnen und nahm einen deutschen Oberst gefangen. Dessen Name wird nicht genannt. [1]
Wer war Alexei Dwoinoi?
Alexei Iwanowitsch Dwoinoi (Алексей Иванович Двойной; 29. Januar 1921 – 22. Dezember 1985) war leitender Aufklärer im Führungszug der III. Abteilung des 313. Garde-Artillerieregiments. Das Regiment gehörte zur 121. Garde-Schützendivision der 13. Armee an der 1. Ukrainischen Front. Sein russischer Dienstgrad lautete „гвардии ефрейтор“, hier als Garde-Jefreitor wiedergegeben.
Für das Ereignis bei Forst schlug ihn sein Regimentskommandeur für den Orden des Vaterländischen Krieges I. Klasse vor. Mit Befehl des Befehlshabers der 13. Armee vom 17. April 1945 erhielt er schließlich den Ruhmesorden II. Klasse. Der 22. Februar ist das Datum der geschilderten Tat, der 17. April das Datum der Auszeichnung. Beide dürfen nicht verwechselt werden.
Ein möglicher Ablauf der Begegnung
Falls beide Überlieferungen dasselbe Ereignis schildern, könnte Glase am 22. Februar mit einer kleinen Gruppe Soldaten im östlichen Vorfeld von Forst unterwegs gewesen sein. Ein Aufklärer einer marschierenden sowjetischen Einheit, eingesetzt zur Flankensicherung, stieß auf diese Gruppe. Nach einem Feuergefecht geriet der Offizier in Gefangenschaft. Ein solcher Ablauf könnte sowohl den deutschen Vermisstenvermerk als auch den russischen Bericht über die Gefangennahme eines hohen Offiziers erklären.
Dies ist eine bedingte Rekonstruktion, kein überliefertes Vernehmungsprotokoll. Glases genaue Route, der Ort des Zusammentreffens, die Namen der übrigen Beteiligten und das weitere Schicksal des Gefangenen sind nicht bekannt. Ein bestimmtes Gebäude oder ein konkreter Gleisabschnitt kann daher nicht als Gefangennahmeort auf einer Karte ausgewiesen werden.
Was trägt die Seite „Город Форст“ bei?
Der unten wiedergegebene russische Scan mit der Seitenzahl 10 beschreibt den Vormarsch durch ein Waldgebiet, das Erreichen einer Bahnlinie und die Einnahme eines Bahnhofs. Dem Text zufolge besetzte das III. Schützenbataillon unter Garde-Hauptmann Iwanow den Bahnhof, während das I. Bataillon in dessen Umgebung einen Oberst der deutschen Armee gefangennahm. Auf derselben Seite werden eine Pulverfabrik und die Kämpfe in Forst beschrieben. [2]
Dies ist eine wichtige weitere Nachricht über einen gefangenen Oberst, nennt aber weder Glase noch Dwoinoi. Die Erwähnung des I. Bataillons und die Biografie des Artillerieaufklärers könnten denselben Kontakt betreffen, ebenso jedoch verschiedene Ereignisse. Sie dürfen nicht vorbehaltlos gleichgesetzt werden.
Unterhalb der Erzählung steht die operative Meldung Nr. 010 vom 25. Februar 1945, 16.00 Uhr. Dieses Datum gehört zur Meldung und nicht automatisch zu allen vorangehenden Absätzen. Es ist daher kein Grund, das Datum der Gefangennahme vom 22. auf den 25. Februar zu verschieben.
Wie ist der Befehl vom 17. April zu lesen?
Das zweite Dokument ist das erste Blatt des Befehls Nr. 139/н für die Truppen der 13. Armee der 1. Ukrainischen Front vom 17. April 1945. Die sichtbare Seite nennt sechs andere Soldaten, die mit dem Rotbannerorden ausgezeichnet wurden. Dwoinois Name steht nicht auf diesem Blatt. Die Übereinstimmung des Datums mit der Biografie belegt allein noch nicht, dass hier sein persönlicher Auszeichnungsvermerk zu sehen ist. Dafür wäre das entsprechende Folgeblatt oder sein Auszeichnungsantrag erforderlich. [3]
Grenzen des Befunds und weitere Forschung
- Das stärkste Indiz ist die Übereinstimmung des 22. Februar 1945 und des Raums Forst in der deutschen Vermisstenangabe und der russischen Biografie.
- Das russische „полковник“ bedeutet Oberst; Glase wird in deutschen Darstellungen auch als Oberstleutnant bezeichnet. Diese Differenz wird dokumentiert, entscheidet für sich genommen aber nicht über die Identität des Gefangenen.
- Entscheidend fehlen der deutsche Vermisstenvermerk, eine namentliche sowjetische Kriegsgefangenenregistrierung, ein Vernehmungsprotokoll und Dwoinois vollständige Auszeichnungsunterlagen.
- Die unterirdische Bauweise der Fabrik, ihr angeblicher Anteil von „1/10“ an der Pulverproduktion und die Identifizierung der Panzer als „Tiger“ sind Angaben des sowjetischen Dokuments, nicht automatisch überprüfte technische oder wirtschaftliche Tatsachen.
Die Kämpfe um Forst endeten nicht im Februar 1945. Die Februarberichte betreffen die damaligen Operationen, darunter Kämpfe im östlichen Stadtgebiet. Die Kämpfe um Forst dauerten bis zum Abend des 17. April 1945. Diese Unterscheidung bleibt auch dort wichtig, wo die sowjetische Darstellung von einer umfassenden „Säuberung der Stadt“ spricht.
Nachstehend stehen beide russischen Scans, ihre Transkription und Übersetzung. Die historische Sprache bleibt erkennbar: Wertungen, Verlustangaben und Erfolgsmeldungen sind Aussagen der damaligen Verfasser, keine heutige Bewertung der Stiftung.
Dokument 1. „Stadt Forst“ — vollständige Lesung von Seite 10
Übersetzung der ganzen sichtbaren Seite, einschließlich des Schlusses des vorangehenden Abschnitts und der Erzählung unterhalb der Meldung. Zeilentrennungen wurden zusammengeführt. Die Regimentsnummer im ersten Absatz wurde handschriftlich geändert; die Lesung 240 ist unsicher. Auch der Name des Stabschefs bedarf eines besseren Originals. Wertende Ausdrücke, die Angabe einer „unterirdischen“ Fabrik und ungeprüfte Produktions- und Gefechtszahlen werden als Aussagen der Quelle beibehalten.

Russisches Original – Transkription
— 10 —
Бойцы и командиры батальона самоотверженно дрались нещадя своих жизней. С помощью 240 [номер исправлен; чтение неуверенное] Гвардейского Стрелкового полка немцы были разгромлены и большая их часть осталась на поле боя трупами.
ГОРОД ФОРСТ
Продолжая выполнять приказ командования на наступление полк двинулся вперед в общем направлении город Форст. Двигаясь по лесному массиву полк подошел к железной дороге, разведка донесла, что впереди на железнодорожной станции замечены патрули противника. 3-й стрелковый батальон под командованием умелого и отважного воина-суворовца гвардии капитана Иванова бесшумно подошел к станции и без одной потери овладел ей. Оказавшие сопротивление, патрули были уничтожены.
В районе железнодорожной станции 1-й стрелковый батальон захватил в плен полковника немецкой армии.
В районе станции был захвачен крупнейший подземный завод, производящий порох, он вырабатывал 1/10 всей пороховой промышленности Германии.
Вечером был получен приказ на наступление на город Форст с задачей очистить восточный берег реки Нейсе и овладеть восточной частью города который река Нейсе разделяла на две части.
Поздней ночью после короткой артподготовки батальоны ворвались в город Форст. Уличные бои в городе Форсте разбивались на ожесточенные схватки за каждый — квартал, дом и этаж. Крупный промышленный центр Германии — насчитывающий до 30 оборонных заводов, в том числе крупнейший завод электрооборудования эвакуированный из Берлина, город Форст представлял для противника важный опорный пункт на левом берегу реки Нейсе. Каждый дом был превращен в опорный пункт. Гарнизон города был усилен многочисленными отрядами фолькштурма. В помощь им были брошены танки типа «Тигр», бронетранспортеры и самоходные орудия. Несмотря на ожесточенное сопротивление противника, неоднократно переходившего в контратаки полк дом за домом, квартал за кварталом продолжал очищать город.
Оперативная сводка № 010 Штагвардполк 342 экз. 2
Восточная окраина города Форст 25.02.1945 года на 16.00
1. Противник продолжал упорно оборонять восточную окраину города Форста, организовав оборону в каменных зданиях отдельными очагами сопротивления. В восточном предместьи города Форст продолжают действовать два танка типа «Тигр», три самоходки и четыре бронетранспортера, которые курсируют с одного участка на другой.
2. 342 Гвардейский Стрелковый полк после артподготовки в 12.00 перешел в наступление и ведя уличные бои очищает дома от мелких групп противника в результате боя занял:
2-ой Стрелковый батальон — 2 квартала
1-ый Стрелковый батальон — 7 домов
3-ий Стрелковый батальон — 2 квартала
Командир 342 ГВСП
Гвардии полковник /Карташов/
Начальник штаба
Гвардии майор /Неберивутя/ [чтение фамилии неуверенное]
Уличные бои в городе Форст насыщены мужеством, героизмом и беззаветной отвагой наших бойцов, командиров и политработников. Они явились первыми уличными боями полка, за время Великой Отечественной войны, которые дали богатые навыки для дальнейших уличных боев всему личному составу.
Гвардии младший лейтенант Максимов — парторг 3-го Стрелкового батальона — с маленькой группой бойцов отбивал яростные контратаки противника, уничтожив при этом свыше роты солдат противника.
Deutsche Übersetzung
— 10 —
Die Soldaten und Kommandeure des Bataillons kämpften aufopferungsvoll und schonten ihr Leben nicht. Mit Hilfe des 240. [Zahl korrigiert; Lesung unsicher] Garde-Schützenregiments wurden die Deutschen geschlagen; der größere Teil von ihnen blieb tot auf dem Schlachtfeld zurück.
STADT FORST
In Fortsetzung des Angriffsbefehls der Führung rückte das Regiment in allgemeiner Richtung auf die Stadt Forst vor. Beim Marsch durch ein Waldgebiet erreichte es die Eisenbahn. Die Aufklärung meldete, dass voraus auf dem Bahnhof feindliche Patrouillen beobachtet worden waren. Das III. Schützenbataillon unter dem geschickten und tapferen Krieger in der Tradition Suworows, Garde-Hauptmann Iwanow, näherte sich lautlos dem Bahnhof und nahm ihn ohne einen einzigen Verlust ein. Die Widerstand leistenden Patrouillen wurden vernichtet.
Im Bereich des Bahnhofs nahm das I. Schützenbataillon einen Oberst der deutschen Armee gefangen.
In der Umgebung des Bahnhofs wurde die größte unterirdische Pulverfabrik erobert. Sie stellte ein Zehntel der gesamten Produktion der deutschen Pulverindustrie her.
Am Abend ging der Befehl zum Angriff auf Forst ein: Das östliche Neißeufer sollte gesäubert und der östliche Teil der von der Neiße in zwei Teile geteilten Stadt genommen werden.
Spät in der Nacht drangen die Bataillone nach kurzer Artillerievorbereitung in Forst ein. Die Straßenkämpfe in Forst zerfielen in erbitterte Kämpfe um jeden Häuserblock, jedes Haus und jedes Stockwerk. Als großes deutsches Industriezentrum mit bis zu 30 Rüstungsbetrieben, darunter das größte aus Berlin ausgelagerte Werk für Elektroausrüstung, war Forst für den Gegner ein wichtiger Stützpunkt am linken Neißeufer. Jedes Haus war zu einem Stützpunkt ausgebaut. Die Garnison war durch zahlreiche Volkssturmabteilungen verstärkt worden. Zu ihrer Unterstützung wurden Panzer vom Typ „Tiger“, gepanzerte Mannschaftstransportwagen und Selbstfahrlafetten eingesetzt. Trotz des erbitterten Widerstands des Gegners, der wiederholt zum Gegenangriff überging, säuberte das Regiment die Stadt weiter, Haus für Haus und Häuserblock für Häuserblock.
Operative Meldung Nr. 010. Stab des 342. Garde-Schützenregiments. Ausfertigung 2
Östlicher Stadtrand von Forst, 25.02.1945, Stand 16.00 Uhr
1. Der Gegner verteidigte weiterhin hartnäckig den östlichen Stadtrand von Forst und richtete einzelne Widerstandsnester in gemauerten Gebäuden ein. In der östlichen Vorstadt von Forst sind weiterhin zwei Panzer vom Typ „Tiger“, drei Selbstfahrlafetten und vier gepanzerte Mannschaftstransportwagen im Einsatz, die zwischen den einzelnen Abschnitten wechseln.
2. Das 342. Garde-Schützenregiment ging nach Artillerievorbereitung um 12.00 Uhr zum Angriff über. Im Straßenkampf säubert es Häuser von kleinen feindlichen Gruppen. Im Ergebnis wurden genommen:
II. Schützenbataillon — 2 Häuserblocks;
I. Schützenbataillon — 7 Häuser;
III. Schützenbataillon — 2 Häuserblocks.
Kommandeur des 342. Garde-Schützenregiments
Garde-Oberst /Kartaschow/
Stabschef
Garde-Major /Neberiwutja/ [Lesung des Namens unsicher]
Die Straßenkämpfe in Forst waren von Mut, Heldentum und selbstloser Tapferkeit unserer Soldaten, Kommandeure und politischen Mitarbeiter geprägt. Es waren die ersten Straßenkämpfe des Regiments im Großen Vaterländischen Krieg. Sie vermittelten dem gesamten Personal umfangreiche Erfahrungen für weitere Straßenkämpfe.
Garde-Unterleutnant Maximow, Parteiorganisator des III. Schützenbataillons, wehrte mit einer kleinen Gruppe von Soldaten heftige Gegenangriffe ab und vernichtete dabei mehr als eine Kompanie feindlicher Soldaten.
Dokument 2. Befehl Nr. 139/н vom 17. April 1945 — sichtbares erstes Blatt
Vollständige Wiedergabe des lesbaren Textes des ersten Blattes. Die sichtbare Liste umfasst die Positionen 1–6. Auf dieser Seite wird anderen Personen der Rotbannerorden verliehen; es ist kein persönliches Auszeichnungsblatt Dwoinois. Der schwach lesbare Stempel und handschriftliche Kanzleivermerke werden nicht rekonstruiert. Datum und Befehlsnummer wurden aus den roten Eintragungen gelesen. Ehrennamen der Einheiten sind beschreibend übersetzt.

Russisches Original – Transkription
Секретно. Экз. …
ПРИКАЗ
ВОЙСКАМ 13 АРМИИ ПЕРВОГО УКРАИНСКОГО ФРОНТА
«17» апреля 1945 г. № 139/н
Действующая Армия.
От имени Президиума Верховного Совета Союза ССР, за образцовое выполнение боевых заданий Командования на фронте борьбы с немецкими захватчиками и проявленные при этом доблесть и мужество
НАГРАЖДАЮ:
Орденом КРАСНОГО ЗНАМЕНИ
1. Майора АРСЮХИНА Ивана Александровича — Заместителя по политчасти командира 968 артиллерийского Станиславского Краснознаменного полка 395 стрелковой Таманской Краснознаменной ордена Суворова дивизии.
2. Гвардии подполковника ДМИТРИЕВА Сергея Федоровича — Командира 917 артиллерийского Сандомирского полка 350 стрелковой Житомирской Краснознаменной ордена Богдана Хмельницкого дивизии.
3. Майора КОТЛЯРОВА Семена Семеновича — Заместителя командира 134 артиллерийского полка 172 стрелковой Павлоградской ордена Суворова дивизии.
4. Гвардии майора КАЗЬМИНА Никифора Павловича — Заместителя командира 203 Гвардейского Гаубичного артиллерийского ордена Богдана Хмельницкого и Кутузова полка 2 Гвардейской Гаубичной артиллерийской Речицкой Краснознаменной бригады Первой Гвардейской артиллерийской Глуховской Краснознаменной ордена Суворова и Богдана Хмельницкого дивизии Прорыва РГК.
5. Капитана СТАНКЕВИЧ Ивана Фомича — Командира дивизиона 379 артиллерийского полка 147 стрелковой Станиславской дивизии.
6. Гвардии майора СОЛОДОВНИКОВА Александра Ивановича — Заместителя по политчасти командира 200 Гвардейского легко-артиллерийского Краснознаменного ордена Богдана Хмельницкого полка 3 Гвардейской легкой артиллерийской Бахмачско-Киевской Краснознаменной ордена Кутузова бригады Первой Гвардейской Артиллерийской Глуховской Краснознаменной ордена Суворова и Богдана Хмельницкого дивизии Прорыва РГК.
Deutsche Übersetzung
Geheim. Ausfertigung …
BEFEHL
AN DIE TRUPPEN DER 13. ARMEE DER ERSTEN UKRAINISCHEN FRONT
17. April 1945, Nr. 139/н
Feldarmee.
Im Namen des Präsidiums des Obersten Sowjets der Union der SSR verleihe ich für die vorbildliche Erfüllung der Gefechtsaufträge der Führung an der Front im Kampf gegen die deutschen Eindringlinge und für die dabei bewiesene Tapferkeit und den Mut folgende Auszeichnungen:
ROTBANNERORDEN
1. Major Iwan Alexandrowitsch ARSJUCHIN — stellvertretender Kommandeur für politische Angelegenheiten des 968. Stanislauer Rotbanner-Artillerieregiments der 395. Tamaner Rotbanner-Schützendivision mit Suworoworden.
2. Garde-Oberstleutnant Sergei Fjodorowitsch DMITRIJEW — Kommandeur des 917. Sandomirer Artillerieregiments der 350. Schitomirer Rotbanner-Schützendivision mit Bogdan-Chmelnizki-Orden.
3. Major Semjon Semjonowitsch KOTLJAROW — stellvertretender Kommandeur des 134. Artillerieregiments der 172. Pawlograder Schützendivision mit Suworoworden.
4. Garde-Major Nikifor Pawlowitsch KASMIN — stellvertretender Kommandeur des 203. Garde-Haubitzartillerieregiments mit Bogdan-Chmelnizki- und Kutusoworden, der 2. Garde-Retschizaer Rotbanner-Haubitzartilleriebrigade in der 1. Garde-Gluchower Rotbanner-Artillerie-Durchbruchsdivision der Reserve des Oberkommandos mit Suworow- und Bogdan-Chmelnizki-Orden.
5. Hauptmann Iwan Fomitsch STANKEWITSCH — Abteilungskommandeur im 379. Artillerieregiment der 147. Stanislauer Schützendivision.
6. Garde-Major Alexander Iwanowitsch SOLODOWNIKOW — stellvertretender Kommandeur für politische Angelegenheiten des 200. leichten Garde-Rotbanner-Artillerieregiments mit Bogdan-Chmelnizki-Orden, der 3. leichten Garde-Bachmatsch-Kiewer Rotbanner-Artilleriebrigade mit Kutusoworden in der 1. Garde-Gluchower Rotbanner-Artillerie-Durchbruchsdivision der Reserve des Oberkommandos mit Suworow- und Bogdan-Chmelnizki-Orden.
Quellen und Hinweise
- Олег Кожухарь, «Двойной Алексей Иванович», Герои страны: Biografie und vom Nutzer bereitgestellte gespeicherte Webseite. Nennt die Gefangennahme eines namenlosen Obersts am 22.02.1945 und die Auszeichnung am 17.04.1945. Genannte Grundlagen: „Подвиг народа“ und ein biografisches Lexikon der Träger des Ruhmesordens, Moskau 2000.
- «Город Форст», strona 10 / Seite 10 / page 10: Bereitgestellter Scan einer sowjetischen Darstellung mit operativer Meldung Nr. 010 des Stabes des 342. Garde-Schützenregiments vom 25.02.1945. Vollständige Archivsignatur nicht mitgeliefert. Reproduktion mit Wasserzeichen „Память народа“.
- Приказ № 139/н, 13-я армия, 17.04.1945: Bereitgestelltes erstes Blatt des Befehls. Die sichtbaren Positionen 1–6 betreffen den Rotbannerorden und nennen Dwoinoi nicht.
- Kwerenda Fundacji Rokita / Recherche der Stiftung Rokita / Rokita Foundation research: Bisherige Erkenntnisse zum deutschen Vermisstenvermerk für Glase vom 22.02.1945 und zum Führungswechsel im Grenadier-Regiment 698. Originaltagebuch und Archivsignatur sind zur vollständigen Prüfung erforderlich. Diese Information stammt nicht aus den russischen Dokumenten.