Das Kompendium beschränkt sich auf Forst (Lausitz), Scheuno/Brożek, Döbern und Orte in einem Radius von etwa 20 km. Dokument, Register, Zeitzeugnis und Forschungshypothese werden getrennt ausgewiesen.
Umfang und unterschiedliche Gruppen
Jürgen Scholz’ Studie Ausländereinsatz in Forst (Lausitz) 1939–1945 ermittelt mindestens 24 Unterkünfte (25 mit dem jüdischen Lager, 26 einschließlich Simmersdorf) und mindestens 80 Betriebe bzw. Einrichtungen. Für die späte Kriegsphase ergibt sich eine vorsichtige Größenordnung von etwa 2.000 Ausländern. Dies ist keine Gesamtzahl aller im gesamten Zeitraum durch die Region gebrachten Menschen.
1. November 1942
Eine Momentaufnahme nennt 183 „Ausländer“, 385 polnische und 779 russische Zivilarbeiter — zusammen 1.347 Menschen. Zahlen aus verschiedenen Stichtagen und Gebieten werden nicht addiert.
Unterschiedlicher Status
Kriegsgefangene, Zivilarbeiter, Ostarbeiter, Militärinternierte und Häftlinge unterlagen verschiedenen Regimen. Genannt werden Polen, Sowjetbürger, Franzosen, Belgier, Niederländer, Italiener, Tschechen und Juden.
Orte in Forst und Umgebung
Belegt sind unter anderem Scheuno‑Ost, Sacro (Kommando 438), Simmersdorf (Kommando 168), Hänselhalle, Mix & Genest (Kommando 930), Gut Noßdorf, Domsdorf (Kommando 863), Keune, die Turnhalle Noßdorf sowie Lager an Pförtener Straße, Muskauer Straße/Waldgürtel, in Eulo, bei Hammer & Haebler, Rumsch & Hammer, Bahnmeisterei, Lager Speer und Windhoff. Bezeichnungen und Zuständigkeiten änderten sich; jede Angabe ist an ihr Datum zu binden.
Jüdisches Zwangsarbeitslager Forst/Zasieki
Die Bundesarchiv/EVZ-Karte belegt ein Zwangsarbeitslager für jüdische Männer in Forst/Zasieki für den anerkannten Zeitraum Mai 1942 bis März 1943. Die Häftlinge arbeiteten im Munitionslager‑Heidelager. Der Katalog nennt die Variante „Schönost bei Forst“; sie wird ohne Vergleich der Ortsakten nicht automatisch mit „Scheuno‑Ost“ gleichgesetzt. Bundesarchiv/EVZ →
Arbeit für DSC Forst
Scholz nennt 36 tschechische Maurer, 95 Polen, 20 Kriegsgefangene beim Kabellegen sowie Arbeiten in Transport, Wasser- und Kanalbau. Franzosen fuhren Lokomotiven, Belgier arbeiteten an Walzwerken; deutsche Frauen und Ostarbeiterinnen schnitten Pulverstränge. Im März 1942 kamen 150 russische Zivilarbeiter nach Forst. Eine verlässliche Gesamtzahl der gesamten DSC-Belegschaft ist nicht überliefert.


Lebensbedingungen und Repression
Quellen berichten von bewachten Lagern, Wachhunden, überbelegten Räumen, ungleichen Essensrationen, getrennter medizinischer Versorgung, Kinderarbeit und Gestapo-Repression. Die Erfahrung unterschied sich je nach Gruppe und Zeitpunkt. Scholz ermittelte auf dem Hauptfriedhof 43 Bestattungen erwachsener Ausländer und mindestens fünf Kinder unter vier Jahren; bei vier Personen lautet die letzte Anschrift Lager Scheuno oder Heidelager. Nicht alle dürfen automatisch DSC zugeordnet werden.
Döbern: Melderegister, Polizei und Strafsachen
Die Arolsen Archives stellen Namenlisten und Schriftwechsel der Gemeinde Döbern/Niederlausitz (Sign. 10008955, 1939–1945) bereit. In der Hierarchie 1.2.2.1 sind ein Polizeibericht aus Forst und neun Einheiten zu Strafsachen von in Döbern registrierten Ausländern verzeichnet. Ohne Einzellektüre werden keine konkreten Delikte oder Strafen behauptet. Dokumenthierarchie →
Schreiben aus Frankfurt (Oder) — Verwaltungskontext

Quellen
- Jürgen Scholz, Ausländereinsatz in Forst (Lausitz) 1939–1945, Freie Universität Berlin, 2004.
- Arolsen Archives, Sign. 10008958.
- Archiv „Zwangsarbeit 1939–1945”.
- bpb: Begriffe und Kategorien.
Schema von Scheuno‑Ost und der DRK‑Schwesternschule

Zahlen mit Datum und räumlichem Bezug
Die Quellen zählen Verschiedenes: ausgegebene Kennkarten, Einwohner an einem Stichtag, Zuweisungen und den gesamten Arbeitsamtsbezirk Forst. 1940 wurden 1.525 Kennkarten ausgegeben, 1941 etwa 2.400 und bis November 1942 insgesamt 4.036. Dies sind keine gleichzeitig anwesenden Personen. Von November 1941 bis November 1942 kamen 1.363 russische Zivilarbeiter.
Arbeitsamtsbezirk Forst einschließlich Kreis Sorau
| Datum | Ausländer | davon Ostarbeiter |
|---|---|---|
| 30.09.1942 | 5.870 | — |
| 31.03.1943 | 10.274 | 3.419 |
| 30.06.1943 | 12.473 | 4.175 |
| 31.12.1943 | 13.271 | 3.946 |
| 30.06.1944 | 14.556 | 4.689 |
| 30.09.1944 | 14.538 | 4.356 |
Diese Werte gelten für den Arbeitsamtsbezirk und dürfen nicht als Stadtzahlen gelesen oder addiert werden. Für Forst selbst nennt Scholz für die späte Kriegsphase vorsichtig mindestens etwa 2.000 Ausländer.
Lager, Kommandos und Betriebe
Im Juli 1944 verzeichnete eine städtische Liste 162 italienische Militärinternierte, 35 sowjetische Kriegsgefangene und 258 Ostarbeiter. Genannt werden Hänselhalle, Hammer & Haebler, Gut Noßdorf, Keune, Rumsch & Hammer, Bahnmeisterei, Speer und Windhoff. Scheuno fehlt in dieser Momentaufnahme; sie ist deshalb nicht vollständig.
Kommando 438 in Sacro war im Saal des Gasthauses Woitke untergebracht und schwankte zwischen 27 und 65 Personen. Kommando 168 Simmersdorf lag an der Straße Forst–Döbern rechts der Bahnstrecke Richtung Jethe/Gahry. Der Kreis Sorau plante 1940 insgesamt 26 Kommandos für 1.079 Kriegsgefangene.
DSC Forst: Arbeitskräfte und konkrete Tätigkeiten
Im April 1940 fehlten dem Werk 885 Arbeitskräfte; im März 1941 wurden für den Heeresbau Scheuno sofort 560 benötigt. Belegt sind 36 tschechische Maurer, 95 Polen, 20 Kriegsgefangene beim Kabellegen, Franzosen an Werkslokomotiven, Belgier an Walzwerken, polnische Zivilarbeiter an Wasser- und Abwasserleitungen sowie Ostarbeiterinnen beim Schneiden von Pulversträngen. Im März 1942 kamen 150 russische Zivilarbeiter.
Im Oktober 1943 bat DSC um medizinische Betreuung durch die russische Ärztin Dr. Jantschewskaja zweimal wöchentlich. Sie wurde am 26. Juni 1944 verhaftet und am 7. Juli entlassen. Unterlagen über Milchzulagen für gefährliche Arbeit betreffen rund 300 Beschäftigte, ohne deren Herkunft vollständig auszuweisen.
Februar 1945
Am 17. Februar befanden sich noch mindestens 500 Ausländer in Forst. Die Küche war zeitweise geschlossen. Bei DSC wurden 800–1.000 Zentner Kartoffeln, im ehemaligen Lager der Betreuungshelferinnen etwa 2.000 Zentner beschlagnahmt. Belgier aus DSC mussten in Richtung Beeskow marschieren; Ostarbeiter blieben zunächst ohne organisierte Evakuierung.
Originaldokumente und Seiten der Studie von J. Scholz







