Eine Fabrik, mehrere verschiedene Ebenen von Abhängigkeit
DSC Forst-Scheuno lässt sich nicht sauber mit einem Satz wie "gehörte der I.G. Farben" oder "war ein Werk Alfred Nobels" erklären. Die Quellen zeigen ein vielschichtiges System: die staatliche Vermögensebene MONTAN, den privaten Betreiber Deutsche Sprengchemie, das industrielle Umfeld der WASAG, die ältere Unternehmenslinie der Dynamit-AG und den stark konzentrierten Chemie- und Sprengstoffmarkt, in dem I.G. Farben eine bedeutende Stellung hatte.
Das G.E.O.S.-Gutachten von 1995 ordnet Forst in eine Organisationskette vom Oberkommando des Heeres über WASAG zur Deutsche Sprengchemie und ihren Zweigwerken ein. Der Revisionsbestand im Bundesarchiv macht zugleich sichtbar, dass Forst Teil eines Netzes war. Nürnberger Unterlagen helfen, die Rollen von DSC/WASAG und Verwertchemie/DAG zeitlich zu trennen. So werden Vermögenseigentümer, Betreiber, Konzernbeziehung, Lieferant und Bauunternehmen nicht miteinander verwechselt.