Fundacja RokitaStartseiteGemeinde Brody kennenlernenGemeinde Brody kennenlernen
DSC Forst „Wald“ · verborgenes Industrieerbe in der Natur
f Folge uns auf Facebook

DSC Forst-Scheuno im Dritten Reich

Geschichte des DSC-Werks Forst-Scheuno: Bau, Struktur, Größe, Zwangsarbeit und Kriegsende.

Methode

Quellen und Methode

Grundlage sind das G.E.O.S.-Gutachten von 1995, die unveröffentlichte Rekonstruktion der Gruppe um Johannes Preuß von 1994, der Bestand 89/1299/0 des Staatsarchivs Zielona Góra sowie digitale Nachweise des Bundesarchivs und des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. Jürgen Scholz wird vor allem für das Forschungsfeld ausländischer Arbeitskräfte herangezogen; da der Volltext seiner Arbeit von 2004 nicht frei zugänglich ist, werden personenbezogene Details aus Akten und Zeugnissen belegt.

Quellenfakt

DSC im Rüstungssystem

Die Deutsche Sprengchemie GmbH betrieb mehrere Rüstungswerke. Der Bundesarchiv-Nachweis BArch R 8135/7252 zur Prüfung des Jahresabschlusses 1941 nennt Forst neben Torgelow, Klietz, Kraiburg, Moschwig, Oderberg, Dreetz und Wolfratshausen und verweist auf Verbindungen zu Montanindustriewerke und WASAG. Auch G.E.O.S. ordnet Forst in eine militärisch kontrollierte Werkstruktur ein. Der Komplex war daher kein isoliertes „Geheimwerk im Wald“, sondern Teil eines verteilten Rüstungsnetzes.

Quellenfakt

Von der Erkundung zur Produktion

G.E.O.S. rekonstruiert geologische und hydrogeologische Untersuchungen ab 1938 sowie die anschließende Planung. Das Staatsarchiv Zielona Góra nennt 1938 als Baubeginn und 1941 als wesentlichen Abschluss. Frühere Plantermine erwiesen sich als zu optimistisch; Personal- und Materialprobleme verzögerten den Ablauf. Werkteil I nahm 1941, Werkteil II 1942 die Produktion auf, während Ergänzungsbauten weiterliefen.

Quellenfakt

Größe: unterschiedliche Messbereiche

Der Archivtext zu 89/1299/0 nennt 500-600 ha, etwa 400 Bunker, 72 km Betonstraßen und 38 km Gleise. G.E.O.S. zitiert dagegen eine RBK-Werkskarte vom 18. August 1941 mit 3 364 000 m² Grundstücksfläche, 300 000 m² bebauter Fläche, 120 000 m² Arbeitsfläche und 2 398 Beschäftigten. Die Abweichung der Flächen ist plausibel durch unterschiedliche Abgrenzungen erklärbar: enger Werksgrund gegenüber einem weiteren Komplex mit Schutzwald und Nebenflächen. Beide Angaben werden deshalb nebeneinander dokumentiert.

Quellenfakt

Wasser, Straßen und Bahn

G.E.O.S. dokumentiert 28 Werksbrunnen, Energieanlagen und ein dichtes Verkehrsnetz. Rund 70 km interne Straßen verbanden die weit auseinanderliegenden Funktionsbereiche. Etwa 38 km Werkbahn erscheinen in der Rekonstruktion und werden auch im öffentlichen Archivtext genannt. Entscheidend ist das Gesamtbild: Das Werk funktionierte wie eine verstreute Industriestadt mit Energie, Wasser, Werkstätten, Laboren, Verwaltung, Feuerwehr, Gleisen und Sicherheitszonen.

Quellenfakt

Produktion - historische Einordnung ohne Anleitung

Produziert wurden lösungsmittelfreie POL-Pulver in verschiedenen Formen für militärische Anwendungen. G.E.O.S. beschreibt die Produktionsbereiche, doch die Stiftung veröffentlicht keine Rezepturen, Verfahrensparameter, Mischungsverhältnisse oder Herstellungsanleitungen. Die Produktionsübersicht von 1941 bis Januar 1945 ergibt rund 38,5 Tausend Tonnen Pulver und belegt die industrielle Massenproduktion.

Quellenfakt

Menschen: Personalmangel und Zwang

Von G.E.O.S. ausgewertete Kriegstagebücher zeigen bereits während der Bauphase Personalmangel. Später wurden ausländische und zwangsverpflichtete Arbeitskräfte eingesetzt. Der Archivtext nennt Menschen aus Frankreich, Italien, den Niederlanden und der Ukraine sowie Juden aus Konzentrationslagern. Das polnische Zeugnis im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit nennt Schönforst, das Arbeitsamt Forst und Arbeit für DSC. Die Akte Ruth Heimann von 1942 dokumentiert eine Verurteilung wegen Arbeitsverweigerung bei DSC Forst-Scheuno; in verwandten DDB-Nachweisen erscheint auch „Forst: Frauenlager Scheuno“.

Methode

Forst als unmittelbares Hinterland

Die Hauptzufahrt führte über Scheuno in Richtung Forst-Berge, die Bahnverbindung über Groß Bademeusel. Das Werk war daher von städtischer Logistik, Arbeitsamt, Lieferanten und Arbeitskräften abhängig. Die neue Seite unter „Drittes Reich“ ist ein thematischer Einstieg; bestehende Detailseiten zu Entstehung, MONTAN, Technik, Produktion, Umwelt und Verbindungen bleiben unter ihren bisherigen URLs bestehen. Eine Migration erfolgt erst mit kontrollierten 301-Weiterleitungen.

Quellenfakt

Kriegsende und Nachkriegsrekonstruktion

Der öffentliche Archivtext berichtet von Produktion bis kurz vor dem Einmarsch sowjetischer Truppen am 28. Februar 1945. Nach Kriegsende wurden Anlagen demontiert, und die neue Neißegrenze trennte den Komplex von Forst. 1994 erstellte die Gruppe um Johannes Preuß für GEOS eine 141-seitige Rekonstruktion mit 38 Tabellen, 12 Abbildungen, 36 Gebäudebeschreibungen und einem Plan 1:5000. Das G.E.O.S.-Gutachten 1995 verband Archivakten, Luftbilder, Geländeaufnahme und Umweltuntersuchungen.

Vorsichtig einzuordnen

Grenzen der Sicherheit

Gut gesichert sind Existenz und Rolle von DSC, Bau- und Anlaufphasen, RBK-Daten, die Grunddimension der Infrastruktur, Massenproduktion und Zwangsarbeit. Vorsicht ist bei der Zuordnung einzelner Lager, jährlichen Belegschaftszahlen und der Verbindung lokaler Überlieferungen mit konkreten Werkbereichen nötig. Abweichende Quellenangaben werden sichtbar gemacht, nicht geglättet.

Methode

Quellen und Verifikation

Die Quellen folgen einer Hierarchie: Akten, Archivkataloge und institutionelle Quellen vor regionalen Sekundärdarstellungen. Nicht zugängliche Volltexte werden ausdrücklich gekennzeichnet.

1. Jürgen Scholz, „Konzeption, Analyse und Erstellung eines journalistischen Produktes zum Thema: Ausländereinsatz in Forst (Lausitz) 1939-1945“, Berlin 2004 - bibliografischer Nachweis im BLHA-Katalog.
Quelle öffnen →
2. Jürgen Scholz, „Der Ausländereinsatz in Forst 1939 bis 1945“, Museumsverein Forst, 2006 - bibliografischer Nachweis.
Quelle öffnen →
3. Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit - Zeugnis eines polnischen Zwangsarbeiters: Lager Schönforst, Arbeitsamt Forst, Baracken und Arbeit für die Deutsche Sprengchemie.
Quelle öffnen →
4. Staatsarchiv Zielona Góra / Szukaj w Archiwach, Bestand 89/1299/0 - 67 Werksausweise sowie die Bestandsbeschreibung zur Geschichte von DSC Forst-Scheuno.
Quelle öffnen →
5. Deutsche Digitale Bibliothek / Brandenburgisches Landeshauptarchiv, 29 LGgef Guben 245 - Ruth Heimann, 1942 wegen Arbeitsverweigerung bei DSC Forst-Scheuno verurteilt; verwandter Nachweis „Frauenlager Scheuno“.
Quelle öffnen →
6. Deutsche Digitale Bibliothek / Bundesarchiv, BArch R 8135/7252 - Prüfung des DSC-Jahresabschlusses 1941; Forst ist unter den Zweigwerken aufgeführt.
Quelle öffnen →
7. Johannes Gutenberg-Universität Mainz - Bibliografie Johannes Preuß: unveröffentlichte Rekonstruktion DSC Forst 1994, 141 S., 38 Tabellen, 12 Abbildungen, 36 Gebäudebeschreibungen, Plan 1:5000.
Quelle öffnen →
8. G.E.O.S. Ingenieurgesellschaft mbH, Gutachten zum ehemaligen Munitions- und Sprengstoffwerk Forst, Berlin/Hennigsdorf, 30.11.1995 - lokale Projektquelle.
Quelle öffnen →

Weiterlesen